Ekzeme wie Neurodermitis gehören zu den häufigsten Hautproblemen unserer Zeit. Juckreiz, trockene Hautstellen und Spannungsgefühle begleiten viele Erkrankte im Alltag – oft sogar nachts. Gerade dann, wenn der Körper eigentlich zur Ruhe kommen sollte, können Hitze, Schwitzen und Reibung die Beschwerden verstärken. Neben medizinischer Pflege fragen sich deshalb viele Betroffene und Angehörige: Was hilft gegen Neurodermitis wirklich?
Ein oft unterschätzter Faktor ist die richtige Kleidung und Bettwäsche. Die Wahl der Materialien kann eine sensible Haut spürbar unterstützen und dazu beitragen, Symptome zu lindern.
Was ist ein Ekzem und was genau bedeutet Neurodermitis?
Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die sich durch Rötungen, Trockenheit, Schuppenbildung, Nässen oder starken Juckreiz äußern kann. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von genetischer Veranlagung über Stress bis hin zu äußeren Einflüssen wie Temperatur, trockener Luft oder ungeeigneten Textilien. Eine der bekanntesten Ekzemformen ist die Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt.
In Deutschland sind pro Jahr rund 3,5 Millionen Menschen von einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung betroffen, darunter etwa 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche. Neurodermitis tritt besonders häufig bereits im frühen Kindesalter auf, insbesondere bei Säuglingen während der Zahnungsphase. Bei einem Großteil der betroffenen Kinder klingen die Beschwerden jedoch bis zum Eintritt in die Pubertät wieder ab.

Wer sich fragt, was Neurodermitis ist, stößt schnell auf typische Symptome: extrem trockene Haut, wiederkehrende Entzündungsschübe und intensiver Juckreiz. Besonders sensibel reagiert die Haut auf extreme Temperaturen, Schwitzen und Materialien, die nicht atmungsaktiv sind. Deshalb spielt Neurodermitis-Kleidung eine zentrale Rolle im Alltag.
Warum Kleidung und Bettwäsche bei Neurodermitis so wichtig sind
Bei Ekzemen wie Neurodermitis ist die Hautbarriere geschwächt. Sie verliert schneller Feuchtigkeit, reagiert sensibler auf äußere Reize und ist anfälliger für Reibung und Hitze. Kleidung und Bettwäsche liegen – besonders nachts – viele Stunden direkt auf der Haut und beeinflussen dadurch maßgeblich, wie stark sich Neurodermitis-Symptome bemerkbar machen. Materialien, die Wärme stauen oder Feuchtigkeit schlecht ableiten, begünstigen Schwitzen im Schlaf und können Juckreiz zusätzlich verstärken.
Erholsamer Schlaf ist jedoch gerade bei Hauterkrankungen besonders wichtig. In den nächtlichen Ruhephasen regenerieren sich Hautzellen, geschädigte Hautschichten werden abgestoßen und die Hautbarriere kann sich zumindest teilweise erneuern. Bei Neurodermitis wird dieser Prozess häufig gestört: Nächtlicher Juckreiz, Kratzen und ein unangenehmes Hautgefühl führen dazu, dass viele Betroffene schlechter einschlafen oder mehrfach aufwachen.
So entsteht ein belastender Kreislauf: Schlafmangel schwächt die Regeneration der Haut, eine gereizte Haut verschlechtert wiederum den Schlaf. Atmungsaktive, hautfreundliche Materialien bei Kleidung und Bettwäsche können helfen, Schwitzen zu reduzieren, Reibung zu minimieren und den Körper nachts besser zur Ruhe kommen zu lassen. Das unterstützt die Hautregeneration und kann dazu beitragen, diesen Teufelskreis abzuschwächen.
Welches Material eignet sich bei Ekzemen?
Viele Betroffene stellen sich die Frage, welcher Stoff bei Neurodermitis wirklich gut ist. Darauf solltest du bei Kleidung und Bettwäsche achten:
- Atmungsaktive Stoffe ohne Wärmestau
- Glatte, weiche Oberflächen mit wenig Reibung
- Gutes Feuchtigkeitsmanagement bei Schwitzen
- Natürliche Materialien
- Bequeme Schnitte ohne Druck oder Enge
Baumwolle – Der Allrounder bei Hitze und Kälte
Baumwolle gilt als einer der bewährtesten Stoffe bei Neurodermitis – insbesondere 100% Baumwolle. Sie ist atmungsaktiv, weich und hautfreundlich und eignet sich für Textilien, die lange direkt auf der Haut liegen.
Baumwolle bewährt sich im Alltag bei Unterwäsche, Shirts und locker geschnittenen Hosen ebenso wie nachts. Auch für Bettwäsche ist Baumwolle eine sehr gute Wahl, da sie temperaturausgleichend wirkt und sich angenehm pflegen lässt.

Ein besonderes Plus bietet mercerisierte Baumwolle. Durch diese Veredelung wird die Faser glatter, dichter und erhält eine feinere Oberfläche. Nachtwäsche aus mercerisierter Baumwolle fühlen sich besonders weich an, reduzieren Reibung auf empfindlicher Haut und sind gleichzeitig strapazierfähig und pflegeleicht – ideal für ruhige Nächte bei Neurodermitis.
Für Bettwäsche sind auch weitere glatte Baumwollqualitäten wie Renforcé besonders beliebt. Sie fühlen sich kühl an, sind atmungsaktiv und unterstützen ein ausgeglichenes Schlafklima. Aber auch Musselin – eine locker gewebte Baumwollvariante – wird häufig für Bettwäsche verwendet und zeichnet sich durch ihre besondere Weichheit aus. Der Stoff liegt leicht auf der Haut, lässt viel Luft zirkulieren und reduziert Reibung.
Musselin eignet sich ebenfalls für leichte Alltagsmode oder Loungewear. Gerade bei empfindlicher Haut kann Musselin helfen, Hautreizungen im Alltag und während des Schlafs zu reduzieren.
Pflanzliche Zellulosefasern: Bambus, Lyocell und Modal – komfortable Ergänzungen
Neben klassischen Naturfasern spielen auch pflanzenbasierte Zellulosefasern eine zunehmende Rolle bei empfindlicher Haut. Dazu zählen Bambusviskose, Lyocell und Modal. Sie werden aus natürlichen Rohstoffen gewonnen und zeichnen sich durch besondere Weichheit und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement aus.
Bambus fühlt sich sehr glatt und fließend an, wirkt temperaturausgleichend und wird von vielen Menschen mit Neurodermitis als angenehm empfunden. Sie eignet sich gut für Loungewear, aber auch Unterwäsche wie BHs oder Boxershorts.
Lyocell gilt als besonders hochwertig unter den Zellulosefasern. Es ist sehr weich, atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und fühlt sich kühl auf der Haut an. Gerade bei Neurodermitis, wenn Hitze und Schwitzen problematisch sind, kann Lyocell im Alltag und in der Nacht eine gute Alternative zu Baumwolle sein.
Modal ist ebenfalls weich und anschmiegsam, formstabil und angenehm zu tragen. Es eignet sich vor allem für Unterwäsche und Alltags-Shirts, ist jedoch weniger stark feuchtigkeitsregulierend als Lyocell. Als Ergänzung zu Baumwolle bietet Modal dennoch hohen Tragekomfort.
Unser Tipp:
Entscheidend ist bei allen Zellulosefasern eine hochwertige Verarbeitung ohne harte Nähte oder chemische Ausrüstungen. In dieser Qualität können sie empfindliche Haut im Alltag gut unterstützen.
Seide – sanft bei stark gereizter Haut
Seide wird häufig empfohlen, wenn die Haut besonders empfindlich reagiert. Ihre glatte Oberfläche reduziert Reibung und fühlt sich kühl auf der Haut an. Dadurch kann Seide sowohl tagsüber als auch nachts entlastend wirken, vor allem in Phasen mit starkem Juckreiz.
Geeignet ist Seide vor allem für Unterwäsche und Nachtwäsche, die direkt auf der Haut getragen wird. Sie ersetzt keine Alltagsstoffe wie Baumwolle, kann aber eine sinnvolle Ergänzung in sensiblen Phasen sein.
Leinen – atmungsaktiv bei Hitze, tagsüber und nachts
Leinen ist ideal für Menschen mit Neurodermitis, die im Alltag oder im Schlaf stark schwitzen. Der Stoff ist extrem atmungsaktiv, wirkt temperaturregulierend und nimmt Feuchtigkeit schnell auf. Dadurch hilft Leinen, Wärmestau zu reduzieren und ein trockenes Hautgefühl zu unterstützen.
Im Alltag eignen sich luftige Shirts, locker geschnittene Hosen oder Kleider aus Leinen besonders gut für warme Tage. Auch nachts kann Leinen als Pyjama- oder Bettwäschematerial für ein angenehm kühles Schlafklima sorgen.
Welche Stoffe bei Neurodermitis eher ungeeignet sind
Nicht alle Materialien sind bei Ekzemen empfehlenswert:
- Synthetische Stoffe wie Polyester und Nylon können Hitze stauen
- Sehr enge Kleidung kann Reibung verursachen
- Textilien mit chemischen Ausrüstungen und Duftstoffen können zusätzliche Hautirritationen hervorrufen
- Wolle wird von vielen Betroffenen als kratzig empfunden und kann Neurodermitis-Symptome verstärken
Fazit: Die richtige Materialwahl ist bei Ekzemen entscheidend
Wer auf hochwertige Materialien setzt, investiert nicht nur in Komfort, sondern auch in Wohlbefinden. Mit Unterwäsche, Schlafanzügen und Bettwäsche von SCHIESSER findest du langlebige Produkte aus ausgewählten Naturfasern – entwickelt für Menschen mit hohen Ansprüchen an Qualität und Hautfreundlichkeit. Schaue gleich rein und lass dich von der Vielfältigkeit überraschen!
Hinweis:
Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden solltest du ärztlichen Rat einholen.



